zu IV.                      Von A Coruna nach Gibraltar (La Linea)

 

So.26.7.

 

 

Stadtbummel in Coruna: Zufälligerweise Fest in der geschmückten Altstadt: Unmengen von Buden und Menschen. Wir lassen uns treiben und genießen: fremde Speisen in den Auslagen, vor allem Backwaren  ganz anders, dabei sehr lecker aussehend! Im Rücken einer Kirchenmauer setzen wir uns an einen glücklicherweise freien Tisch des Lokals „Farmhouse“ und bestellen unsere erste Sangria. Ich habe nicht gewusst, wie gut dieses Getränk ist: erfrischend, spritzig,  fruchtig, süß, dazu mit Obsteinlage: Äpfel und Orangen. Wir werden noch viele Sangrias in verschiedenen Städten trinken, vor allem in Portugal gibt es in allen Lokalen rote und weiße Sorten, alle sind wunderbar geeignet, nach anstrengender Fahrt die Anspannung aus einem rauszunehmen und die Lebensgeister wieder zu wecken, sie schmecken spannenderweise überall ein wenig anders, aber jedes Mal genießen wir sie. Vor allem hier mit dem Gefühl, wieder  festen Boden unter den Füßen zu haben,   Dieses traditionelle jährliche Altstadtfest scheint uns auf den ersten Blick mehrheitlich von Einheimischen besucht zu sein, was begünstigt, dass wir uns einfach treiben lassen (können). Wunderbarer Ersteindruck von Spanien!

Mo. 27.7.

Rödeltag: alles muss von der Überfahrt her wieder hergerichtet werden: Motorinspektion (200 Std) wird durchgeführt, das gerissene Segel zur Reparatur gebracht, das Boot gewaschen, alles auf Schadstellen geprüft und aufgeräumt. Der Wind rüttelt so am Schiff, dass man nachts aufwacht.

Di. 28.7.

 Beim Versuch, die Guernsey-Pfunde in Euro zu wechseln und einen Laden mit Bootszubehör zu finden, wandern wir durch die halbe Stadt! Schön ist die Neustadt nicht! – Frust – dafür gemütliches Abendessen mit Fleisch und Ziegenkäse. Wir sehen hier in Coruna das erste Mal mit Bewusstsein die blaue Jacht der Bayern, der Name merkt sich leicht: „Good Luck“, man tauscht Wetterinfos aus, wir sind gespannt, ob und wo wir sie nochmal sehen werden.

Mi.29.7.

Das Wetter ist feucht. Nachdem wir in einem weit entfernten Marina-Laden die nötigen Utensilien für Nereide besorgt und die Mastvorrichtung für den Baum in Auftrag gegeben haben, steht nachmittags  ein Ausflug mit dem Zug (1/2 Stunde) nach Santiago de Compostela an. Erstaunlicherweise ist dort nirgends ein Hinweisschild auf die Kathedrale bzw. die weiteren Sehenswürdigkeiten zu finden. Wir laufen bergauf, gefühlsmäßig muss die Altstadt oben sein. Es ist warm, man schwitzt, wir nehmen nach mühseliger Erkundigung einen Bus für den letzten Kilometer und stecken im absoluten Menschengewimmel, unserer Schätzung nach aber nur circa ¼ in Wanderstiefeln! Wir besichtigen pflichtgemäß die Kathedrale und schieben uns durch die Gassen, stellen fest, dass die hiesige Universität auch schon aus dem Jahre 1495 stammt, kaufen einen Bratpfannendeckel  und rote Bootsschuhe, dann steigen wir wieder ab, nehmen den Zug nach Coruna und sind froh, diesen Kurzausflug unternommen zu haben, wenn man schon in der Gegend ist.

Do. 30.7.

Monteur kommt nicht wegen Baum und Mast, wir machen Wäsche und gehen in die Stadt, um Schrauben für eine eventuelle Selbstreparatur zu kaufen. Die Infrastruktur bzgl. Läden ist hier erstaunlich anders: wenige Läden des gleichen Angebots zentrieren sich auf engem Raum. Es dauert, bis wir zwei Läden in der Nähe des Haupthafens finden: urige kleine, dunkle Läden mit für unser Auge unübersichtlich  dicht sortiertem  Material, uns scheint, es gibt trotzdem – oder gerade deswegen -  alles! Jörg ersteht zwei Spezialschrauben, der Programmpunkt ist erledigt.  Ansonsten bleibt Warten auf morgen mit mehr oder weniger Nichtstun.

Fr.31.7.

Zwei Monteure kommen mit Schlauchboot und bringen eine perfekt individuell auf Nereide zugeschnittene Mastmanschette mit, rasch ist sie angebracht, der Motor nochmal nach der Inspektion kurz  überprüft, alles in Ordnung (!?). und damit vorbereitet für die Abfahrt morgen. Es reicht uns jetzt auch hier.

Sa. 1.8.

Wir wollen los – der Motor streikt! Wie das?! Er kommt nicht auf Touren. Sms werden mit Grieger getauscht, er hat gute Ideen, aber selber wollen/können wir da nicht bei, es bleibt nichts als warten bis Montag. Am Wochenende arbeiten auch Marina-Monteure nicht.

So. 2.8.

Wir wollen mit dem Stadtbus zum Herkulesturm (dem aus Alexandria nachgebaut); da die Laune des langen Wartens wegen nicht die beste ist, steigen wir an der entsprechenden Haltestelle nicht aus, sondern fahren einen Rundkurs zurück bis in die Stadt. Da treffen wir die Hamburger, die fast eine Woche nach uns die Biskaya querten. Sie wollen in die Karibik. Wie wir von Deutschen später in Adra hörten, lagen sie Ende August noch immer in Lissabon.  Den Rest des Tages verdrömeln wir nutzlos.

 

Mo. 3.8.

Der Monteur kommt und stellt fest –was wir schon vermutet hatten, dass eine Dichtung fehlt (beim Besehen des Motors hatten wir eine herumliegende gefunden). Schnell ist also der Schaden behoben und wir können um 12.00 los. Wir schaffen es bis in die Bucht von Corme und ankern in Laxe (gesprochen Lasche), ohne mit Schlauchboot an Land zu gehen. Die Pier ist voller Leute, offensichtlich angeln sie die ganze Nacht über,  es herrscht ständiges Gejackel, also unruhiger Schlaf.

 

Di.4.8.

Weiter zur nächsten Ria: Camarina. Wir steuern das gegenüber im Süden gelegene Muxia (gespr. „Muscha“) an. Es hat einen kleinen, gemütlich aussehenden Hafen vor einem kleinen, ebenso gemütlich aussehenden Städtchen. Die Hafenkneipe beherbergt gleichzeitig die „Capitanerie“, geführt von einem jungen Halbdeutschen, vermutlich Student, er möchte später die galizischen Besonderheiten gerade um Muxia herum, es ist ein Knotenpunkt des Jakobsweges (Camarina),  touristisch vermarkten. Unterstützt wird er dabei von einem urwüchsigen bayrischen Auswanderer, der vor einigen Jahren mit Motorroller kommend sich hier niederließ. Von beide bekommen wir wertvolle Tipps: Wasserfall ins Meer (20km entfernt), Wasserfall zum Schwimmengehen (6 km) –  das wird uns sicher genauso zu kalt sein wie das Meer hier mit seinen 16 Grad –  und vor allem Keltendenkmal mit Kirche am Kap des Ortes gleich hinter Hafen und Städtchen. Hier sind wir überwältigt vom Sonnenuntergang  mit brandungsumspülten Klippen vor und einem Leuchtturm neben  uns, dazu  unzählige  Jakobspilger! 

Diesen Abend werden wir sicher als unvergesslich abspeichern.

 

Mi. 5.8.

Da das Wetter schlecht ist, bleiben wir, bummeln durch den netten Ort und unterhalten uns mit Dani, dem Touristikstudenten und Hafenmeister, und dem ausgewanderten Bayern über die touristischen Möglichkeiten in diesem Teil Galiziens. Vielleicht meldet sich Dani mal bei Maike, um Ideen für Internetauftritte zu eruieren. Sehr gut haben wir abends Merluza im Restaurant gegessen.

 

Do. 6.8.

Früh geht es (neben allen anderen Deutschen im Hafen) weiter: zur nächsten Ria: Muros. Wir fahren im Totalnebel oben und unten, nichts ist von der Sonne erahnbar, die Fahrt ist anstrengend und obendrein sehen wir ärgerlicherweise nichts vom Cap Finisterre! Der Ort Muros jedoch entpuppt sich als malerisch.

 

Fr. 7.8.

Weiter geht es nach Baiona, vorbei an den Illas de Cies, einer galicischen Inselgruppe vor Vigo mit angeblich Stränden, die mindestens so schön sein sollen wie in der Karibik, sodass  man sich eine Reise dorthin ersparen könne. Wir sehen von diesen  (landwärts gelegenen) Stränden nichts, da wir außen vorbeifahren, wo sich nur die üblichen Felsen zeigen. Außerdem ist uns der Schaukelkram bei 7 Bf Wind von achtern außerordentlich lästig; dass  Supermarkt und Strand direkt neben der Marina in Baiona liegen, entschädigt allerdings wieder ;-)

 

Sa. 8.8.

Es geht weiter:  endlich nach Portugal! Ziel ist Viana de Castelo, eine der schönsten Städte, wie sich im Nachhinein herausstellt! Altstadt, Kathedrale, Kastell hoch über dem Ort, alles ist wunderschön, leider nehmen wir uns nicht genug Zeit, mit der Zahnradbahn (?) hinaufzufahren, es hätte sich sicher einen imposanten Ausblick ergeben. Wir genießen stattdessen die Promenade mit Buden, die unzählige portugiesische Spezialitäten von Lebensmitteln über Getränke bis zu Kleidung und Schnickschnack (winzige bis riesige Pinocchiopuppen aus Pappmaschee) anbieten, kaufen Rot- und Honigsprudelwein, trinken Sangria und gehen zu Bett.

 

So. 9.8.

Und weiter geht es –  „Wir wollen ja ankommen“ –  nach Leixoes, dem Hafengebiet vor Porto, das wir auslassen, da wir 10 sm in die Bucht hinein und morgen wieder heraus müssten. Das wollen wir uns sparen. Hier treffen wir das französische Ehepaar wieder, das wir in Viena de Castelo kennengelernt haben. Sie laden uns zu einem Drink ein und holen uns per Dingi zu ihrem Ankerplatz ab! Es wird ein netter Abend.

 

Mo. 10.8.

Und wieder geht’s weiter: nach Aveiro oder Figueira de Foz, je nach Wetter. Es herrscht Dunst und Flaute, dann  Nebel. Vorsichtig tasten wir uns durch, ohne AIS oder Radar ist das fürchterlich anstrengend. Um 19.00 Uhr erreichen wir Figueira de Foz. 

 

Di. 11.8.

Wir gönnen uns einen Landtag mit zunächst Rödeln und Putzen an Bord. Dann wollten wir eigentlich irgendwie nach Coimbra (per Bus), aber wir haben schlechte Laune und bleiben da. Schade, denn  Coimbra (von den Templern nach Vertreibung der Mauren gegründet) beherbergt eine der ältesten Universitäten Portugals: die ursprünglich in Lissabon gegründete (1260) wurde 1308 nach Coimbra verlegt. So beschränken wir uns auf einen Stadtspaziergang und bemerken, dass „Good Luck“ noch gekommen ist, die wir erstmals ja in La Coruna gesehen und dann bewusst in Viana de Castelo wieder getroffen haben, ein erster Plausch dort in der putzig kleinen, engen Damendusche eröffnete  das so angenehme kameradschaftliche Verhältnis über die folgenden Wochen.

 

Mi. 12.8.

Wir legen ab Richtung Peniche. „Good Luck“  bietet an, mit ihrem Radar vor uns her zu fahren. So beginnt unsere weitere gemeinsame Reise, unsere engere Bekanntschaft, fast Freundschaft, wie sich abschließend in Gibraltar herausstellt. 60 sm legen wir gemeinsam zurück, landen nach guter Fahrt in stinkendem Hafen, liegen unruhig im Päckchen ohne Klo, da wir morgen früher weiter wollen als die Capitanerie öffnet L. Dafür trinken wir Wein mit Frank und Andrea J. Wir sprechen ab, morgen bis Cascais (Lissabon) zu fahren.

 

Do. 13.8.

Wir brechen gemeinsam auf,  machen gute Fahrt, leider nur teils mit Segeln, aber immerhin. Um 18 Uhr erreichen wir Cascais, der uns als günstiger als Lissabon selber empfohlen wurde, und machen in der Marina, die uns gefällt, nach kleineren ‚Berth‘-Zuweisungsproblemen fest, aber: Wo bleibt „Good Luck“? Sie laufen nicht ein!

 

Fr. 14.8.

Per Zug und U-Bahn fahren wir eine dreiviertel Stunde nach Lissabon rein. Dort nehmen wir ein Tuktuk zur Stadtbesichtigung! Die Entscheidung war optimal, da uns die englischsprachige Fahrerin sehr kundig, freundlich und lustig vieles, auch  an kulturellen Details und Spitzfindigkeiten, erzählt, sich sogar erbötig zeigt, weitere Stadtviertel zu zeigen. Doch wir laufen den Nachmittag über lieber  noch allein durch die Stadt. Jörg kennt sie ja schon aus seiner Seefahrtszeit, für mich ist sie neu, ich bin begeistert!

 

Sa. 15.8.

Auch heute stromern wir allein durch Lissabon, besuchen den im Stadtführer angepriesenen Flohmarkt  bei der Iclesia St. Vicente, finden ihn atmosphärisch toll, vom Angebot her aber wenig originell, sehr viel ist echte Sperrmüllware. Dann geht’s ziemlich erschöpft zurück, es gibt Sangria und dann das Bett.

 

So. 16.8.

„Good Luck“ ist noch immer nicht da! Warum?? Wir starten nicht wie geplant, da es nebelt, streifen stattdessen durch Cascais, das uns nun, obwohl eine neue Stadt, ausnehmend gut gefällt in ihrer Anlage mit viel Grün und Sauberkeit. In einer der höheren Querstraßen finden wir ein kleines Lokal  („Tasca“) mit nur zwei Tischen auf dem Bürgersteig, aber wie schon so oft erweist sich, dass solche Restaurants oder Kneipen qualitativ, finanziell und atmosphärisch besser sind als die dicht am Wasser liegenden. Wir essen wunderbar, insbesondere meine „portugiesische (Brat)wurst entpuppt sich als ein Gedicht von „Wurst“, bestehend aus fettlosem Fleisch, zum Teil sogar in Stücken, absolut lecker gewürzt. Mit zwei Litern Sangria intus warten wir auf morgen früh, um 24 Stunden durchzusegeln bis Lagos!

 

Mo. 17.8.

Um 9.30 geht’s mit 170° für 120 sm unter Wolken los. Wir haben viel Wind von hinten, sausen mit bis zu 10kn – ein Foto des Lowrance dokumentiert es – optimal nach Süden, allerdings ist es kalt und feucht, wir brauchen blöderweise die Biskaya-Klamotten inclusive Pudelmütze. Das hätten wir nicht gedacht, so ist die Nacht ungemütlich und macht nicht Lust auf weitere solcher Fahrten.

 

Di. 18.8.

Um 7 Uhr erreichen wir nach gefühlt ewig sich hinziehender  Umrundung des Cap Vicente und Umgehung einiger Fischerabsperrungen wie geplant bei Sonnenaufgang Lagos - Entschädigung genug für die kalte, anstrengende Nacht. Und dazu welch Überraschung: Good Luck ist da! Zuerst wird geschlafen, dann die Stadt besichtigt mit dem obligaten Sangria-Einkauf, dann gehen wir noch an den Strand – also für die durchwachte Nacht zuvor doch wieder reichlich Programm. Abends gibt es Salat mit Tapas, dann  einen Superschlaf.

 

Mi. 19.9.

Um 11 Uhr geht’s zusammen mit Good Luck, die bis Lissabon unter der Brücke durch weitergesegelt war, weil  Cascais izu teuer schien,   immer die Küste entlang nach Faro. Erst leider wieder in Dunst und Nebel, dann jedoch bei klarer Sicht auf die Küste in die große, fjordähnlich  weit verzweigte Ankerbucht von Faro. Dort liegen mindestens 40 Schiffe, ein grandioser Anblick, nachts allerdings ca ein Drittel von ihnen nicht beleuchtet – welch eine Fahrlässigkeit!  Uns überqueren Flugzeuge genau über dem Mast – eindrucksvoll, aber nicht störend. Wir schlafen ohne Geschaukel hervorragend.

 

Do. 20.8.

Um 10 geht’s weiter mit Wind aus Ost, also wieder motorend,  nach Huelva, der ersten Stadt in Andalusien,  immer die Küste entlang, die nach wie vor beeindruckend aussieht: Grenzenlose leere Strände vor Felsmassiv! Und das Wasser lädt zum Schwimmen ein, ist nach wie vor aber mit 16-17° zu kalt. Die Sicht ist gut, dann wird es dunstig, um 18 Uhr erreichen wir Punta Umbria, den kleinen, schlichten, kaum von Ausländern besuchten  Hafen von Huelva, einer hässlichen Industriestadt, was uns nicht stört, da wir uns in der Marina wohl fühlen.  Wir machen nebeneinander fest, nach Trinken, Duschen, Abendessen sitzen wir spät noch bei Frank und Andrea, trinken Wein, knabbern  und klönen, lernen uns dabei persönlicher kennen und schätzen. Fast bedüdelt geht es erst nach Mitternacht zu Bett.

 

Fr. 21.8.

Es wird ein gemütlicher Tag mit Ruhepause. Wir bummeln durch Punta Umbria, machen einen Bootsausflug den Fluss entlang nach Huelva und zurück, merkwürdiger Kontrast zwischen Naturschutzgebiet auf der einen und Industriezersiedelung auf der anderen Fluss-Seite!

Zurück in Punta Umbria lernen  wir „Lugiano“ kennen, den Wirt einer Hafenkneipe, in der wir die bisher besten Tapas essen: Atun in Tomatensoße und – noch besser – gegrillter Atun  in Kräuter-Knoblauch-Soße!! Und dazu entpuppt sich der Wirt als absolutes Original: als Kind in Deutschland (NRW) als Artist gewesen, ein Mix aus Englisch und Deutsch sprechend, den Preis unseres umfangreichen Essens in aller Kürze  auf grob 20,- Euro schätzend, urig, lustig, unvergesslich! Morgen früh geht es nach Cadiz, Good Luck ist schon voraus gefahren, sie wollen bzw. müssen am 23.8. ja in Gibraltar sein, um noch eine Woche für das Aufräumen vor ihrem Flug nach München  zu haben.

 

Sa. 22.8.

Wir starten um 8.30, haben kaum Wind, „motorsegeln“ demzufolge. Wer gewinnt die Wette, wann die Sonne rauskommt? – Jörg natürlich: (13 Uhr). Um 17 Uhr segeln wir an Cadiz vorbei mit schönem Panorama der Fassaden hinter der langen Stadtmauer hinein  in den Hafen: Der inzwischen obligate erste Blick bestätigt: Good Luck ist da!

 

So. 23.8.

Ruhetag in Cadiz: mit Sightseeingbus und Erklärung über Ohrstöpsel in Deutsch fahren wir durch die Stadt: der neue Teil ist sauber, aber mäßig interessant, die alten Gebäude aus den unterschiedlichsten historischen Epochen und Herrschaftsformen dagegen wunderschön, da entweder gar  nicht zerstört oder optimal restauriert! Erinnernswert  außerdem sind uns die extrem lange Uferpromenade entlang der mit starker Brandung versehenen Küste auf der einen Seite, und die langen, gut besuchten  Strände auf der anderen  (Cadiz  bezeichnet sich als die Stadt der „Balkone“ und Strände), und der botanische Garten mit  solch dicken Gummibäumen, dass es geschätzt 10 Menschen braucht, um einen Stamm zu umfassen. Wir beenden den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen mit Frank und Andrea  in der Hafenkneipe.

 

Mo. 24.8.

Das Zeitfenster öffnet sich: wir sind auf dem Weg nach Gibraltar! Bei 2-3 Bf   und leicht bedecktem Himmel geht es zunächst nach Barbate, einer Stadt, die wenig Erinnerungswert bietet außer der Tatsache, dass  sich  Strand  und Supermarkt praktischerweise  gleich neben der Marina befinden. Dafür erwies sich die Umrundung des bei Schlechtwetter gefährlichen  Cap Trafalgar als  spannend.

 

Di.25.8.

Vorbei am südlichsten Zipfel Europas, dem Surfparadies Tarifa, ebenfalls bei Starkwind, der hier in der Straße von Gibraltar grundsätzlich nur  entweder aus West oder Ost kommt,  gefährlich,  nähern wir uns Meile für Meile dem Felsen von Gibraltar. Gegenüber erahnen wir  im Dunst die Küste Marokkos, einige Dampfer, weniger als erwartet, ziehen am Horizont zumeist von Ost nach West vorbei, zu klein leider,  um fotografiert zu werden. Dann aber die Überraschung: viele Ankerlieger, Kreuzfahrschiffe -  sogar die Octopus, vor 11 Jahren in Kroatien gesehen, liegt hier! – Fähren, Motor- und Segelboote füllen die große Bucht zwischen Algeciras im Westen, La Linea im Osten  und dem gigantischen Felsen von Gibraltar im Süden. Frank und Andrea kreuzen kreuz und quer durch die Bucht, augenscheinlich die letzten Stunden und Minuten auf ihrer geliebten „Good Luck“ ausnutzend! Während sie um den Liegeplatzpreis und das Mietauto feilschen müssen, gehen wir über die Grenze nach „England“ –  man braucht dazu übrigens praktischerweise bloß über das Rollfeld des Flugplatzes zu laufen –  und besichtigen die Stadt: Enge Gassen, viele Shops, einige Taxfree-Läden und vor allem Restaurants mit den obligaten „“Fisch und Chips“, schicke Häuser auf der Felsnase, viele Engländer, darunter mit Sicherheit viele Hoteltouristen –  erst bei Weiterfahrt entdecken wir die vielen Ferienappartements auf der Rückseite. Eigentlich waren wir für den Abend mit Frank und Andrea verabredet zum abschließenden Schampustrinken, doch da wir uns in der Stadt etwas zu lange aufgehalten hatten, wurde es zu spät.

 

Mi. 26.8.

Wir entscheiden uns,  noch zu bleiben und einen Strandtag einzulegen: das erste Mal mit allem Drum und Dran: Liege, Sonnenschirm, Bar, Musik und vor allem: warmem Wasser!! Abends  wird dann der Abschied nachgeholt: erst mit gemeinsamem Abendessen, dann Schampus auf der „Good Luck“! Etwas herb ist uns allen schon zumute!